Amphi-Festival 25.07.15 – Tag 1

Samstag, 25.07.2015, der erste Festivaltag.

amphi2015

Um es gleich vorweg zu nehmen, das diesjährige Line-Up war für mich nicht so interessant wie in anderen Jahren, so dass ich doch mit etwas gemischten Gefühlen zum Amphi gefahren bin, da ich auch nicht wusste, ob ich mich mit der neuen Location anfreunden kann. Sommer ist ja Festivalzeit und das bedeutet aber eigentlich auch, dass das Meiste draußen stattfindet, egal bei welchem Wetter.

Der Tag begann dann aber schon mal ziemlich windig und es sollte noch schlimmer kommen. Auf dem Weg vom Hotel zum neuen Gelände der Lanxess-Arena waren schon die ersten Windböen zu bemerken. Gut, wenn man in Hamburg wohnt, ist das nichts Besonderes und deswegen machte ich mir da auch nicht sonderlich viele Gedanken darüber. Kurz vor dem Gelände trafen wir jedoch 2 Freunde, die uns erzählten, dass alle Bands, die bis 18.00 Uhr draußen spielen sollten, erst einmal abgesagt seien und dass man am Einlass aufgefordert wurde, aus Sicherheitsgründen sofort in die Arena zu gehen. Wow, das klang dann doch schon etwas dramatischer.

Nun, wir sind also zur Arena gegangen und am Einlass wurde uns dann tatsächlich gesagt, dass wir reingehen sollten und draußen vorerst nichts stattfindet. Wir haben dann erst mal die Arena erkundet, bevor wir uns dann der ersten Band widmeten.

Für uns begann der Tag mit Chrom, einer Band, die eine Mischung aus Synth Pop und etwas Elektro machen. An sich nicht, schlecht, erinnerte mich das Ganze aber teilweise doch zu sehr an VNV Nation. Es fehlte einfach irgendwas, um mich zu begeistern und mittlerweile finde ich viele Elektroacts auf der Bühne auch zunehmend langweiliger. Zum Anhören ganz ok, aber live ist das einfach nicht meins – ein Keyboarder und ein Sänger, mehr gibt es nicht zu sehen und es fehlt einfach etwas, dass es wenigstens irgendwie interessant macht.

Danach spielten dann Rabia Sorda, eine der Bands, die ich unbedingt sehen wollte. Ich mag Erks Soloprojekt, da er eben einer der wenigen Musiker ist, die mit ihrem Soloprojekt doch anders klingen als mit ihrer Hauptband. Leider gehörte der Auftritt, musikalisch gesehen, eher zu den schlechten, da es doch einige technische Probleme gab und es sogar zeitweilig zu einer Unterbrechung kam, in der Erk dann aber das Publikum doch recht gut unterhalten hat. Dafür gab’s dann aber doch recht gut was zu sehen, hat doch Fabian während des Konzertes nicht nur mit dem Keyboardständer zu kämpfen gehabt. Das Interessanteste an der Show war letztendlich, dass Fabian das Keyboard komplett zerlegt hat, es hat jedenfalls für sehr viel Belustigung beim Publikum gesorgt.

Eigentlich sollte danach Wesselsky auftreten. Wir waren dann doch etwas überrascht, als wir dann den Bühnenaufbau für The Other gesehen haben, hatte doch niemand von uns mitbekommen, dass Wesselsky kurzfristig abgesagt hatte. Na ja, ich muss ehrlich zugeben, mir waren The Other eindeutig lieber. Klar, die Band ist mit ihrem Horrorpunk nicht jedermanns Sache und einige Leute waren auch leicht irritiert, als sie loslegten, aber ich hatte meinen Spaß. Ist eben mal was anderes und man kann sie sich wirklich gut angucken.

Die nächste Band waren dann The Crüxshadows. Es war schon eine Weile her, als ich sie das letzte Mal gesehen hatte. Aber seitdem hat sich auch nicht viel verändert. Möglich, dass sich innerhalb der Band irgendwelche Veränderungen ergeben haben, das verfolge ich ja nicht, aber von der Bühnenshow her war es eigentlich wie immer. Leider vermisse ich bei ihnen etwas die Weiterentwicklung, egal ob neuer oder alter Song.

Das Welle: Erdball-Songwriting entfiel, dafür kam dann DAF. Die Band ist sicherlich nicht jedermanns Sache, viele Jüngere können damit nichts anfangen, die älteren wiederum sagen, dass DAF ja eine der Bands sind, die die Szene geprägt haben. Man kann lange darüber streiten und diskutieren, Tatsache ist, dass sie sicher Wegbereiter für viele elektronische Bands waren. Ich persönlich kenne auch nur wenige Lieder von DAF, einige finde ich richtig gut, andere dagegen gefallen mir gar nicht. Aber was soll’s, auf einem Festival kann man sich die mal ganz gut angucken. Und genügend Leute hatten ja auch ihren Spaß!

Nun sollte endlich die 2. Band kommen, auf die ich mich am Samstag gefreut hatte. The Birthday Massacre. Ich kannte einige Songs von ihnen, habe sie aber vorher noch nicht live gesehen, irgendwie hatte ich andere Auftritte von ihnen auf Festivals immer verpasst. Und was soll ich sagen. Es hat sich gelohnt, live gefallen sie mir noch besser als auf CD. Vor allem mag ich den Wechsel von Chibis Stimme, einmal zuckersüß und dann wieder böse. Wirklich eine der wenigen Sängerinnen, die mir zusagen. Da werde ich auf jeden Fall bei der nächsten Tour zum Konzert gehen.

Danach wurden auf und vor der Bühne ziemlich umfangreiche „Sicherheitsmaßnahmen“ getroffen. Folie wurde ausgelegt und diese auf der Bühne zusätzlich noch abgedeckt. Warum? Ganz einfach, der nächste Act hieß Agonoize. Tja, was soll ich dazu sagen. Ich mag sie. Auf CD. Live dagegen nicht wirklich, da mir die Show einfach nicht zusagt. Abgesehen vom gelegentlichen Rumspritzen von Kunstblut ist mir der Rest einfach zu öde und bei diesem Auftritt fand ich außerdem die Stimme auch viel zu verzerrt. Wenn ich die Songs nicht kennen würde, hätte ich manchmal gar nicht gewusst, was er singt. Aber gut, die Leute hatten vor der Bühne ihren Spaß, das konnte man sehen.

Die nächste Band war dann Goethes Erben, ein ziemlich harter Kontrast zur Band zuvor, handelt es sich bei den Goethes Erben doch um ein Gesamtkunstwerk oder wie sie es nennen, Musiktheater. Und das ist es auch. Etwas, auf das man sich tatsächlich richtig einlassen muss, da die Band im Gegensatz zu vielen anderen eben eine richtige Bühnenshow passend zu den Songs bietet. Manchmal war auch mir das ein wenig zu anspruchsvoll, was aber vielleicht auch daran liegt, dass die Show tatsächlich eher in ein Theaterumfeld als auf ein Festival in einer Mehrzweckhalle passt. Aber auf jeden Fall war es doch interessant, auch wenn es nie meine favorisierte Musik werden wird.

Nach den Goethes Erben ging’s dann sozusagen wieder in die andere Richtung, sollten doch jetzt Front 242 die Bühne betreten. Und da gibt es im Gegensatz nicht viel zu sehen. Letztes Jahr haben sie ja für längere Zeit ihren Auftritt unterbrochen, da es Problem mit ihrem Mischpult gab und es nicht so klang, wie sie das wollten (es aber, wie ich weiß, viele noch nicht mal mitbekommen hatten, dass etwas nicht stimmt). Das war nun also der nachgeholte Auftritt. Ich habe Front 242 schon ab und zu mal bei anderen Festivals mitbekommen und kenne auch Aufnahmen aus den 80er Jahren. Und was soll ich sagen? It’s always the same. Und die größte Enttäuschung war für viele, dass sie noch nicht mal Headhunter gespielt haben.

Als Abschluss kam dann And One, wozu ich aber nicht wirklich was schreiben kann, da ich nur den Anfang mitbekommen habe, da ich mich danach draußen mit einer Freundin unterhalten habe. Es soll aber gut gewesen sein, wie ich von mehreren Seiten vernommen habe.

Letztendlich durften aufgrund der Sturmwarnung draußen keine Bands mehr auftreten und auch sämtliche Stände waren dort geschlossen. Zwischen den Bands wurde immer wieder der aktuelle Stand bekannt gegeben, welche der Bands, die Samstag spielen sollten, dann am Sonntag spielen. Natürlich gab es Kritik, warum man die Sets der Bands in der Halle nicht kürzte und stattdessen einige der Bands, die auf den Open Air-Bühnen spielen sollten, auftreten ließ. Aber wie soll man einen Zeitplan, der lange im Voraus aufgestellt wird, innerhalb von wenigen Stunden umstellen? Genau so konnte man wohl kaum den Sonntag auch noch komplett durcheinander würfeln. Klar, es ist verdammt schade für die Leute, die für diese Bands da waren. Ich wäre auch enttäuscht gewesen, wenn „meine“ Bands nicht gespielt hätten, aber für das Wetter kann nun wirklich niemand was. Und das Risiko eingehen, dass eventuell doch jemand verletzt wird, wenn die Bühnen bespielt werden, will auch niemand. Zumal wir wirklich Glück hatten, an anderen Orten wurde der komplette Festivaltag abgesagt, wir konnten zumindest einen Großteil der Bands sehen.

Ein Teil von uns ist dann noch zur Aftershowparty gegangen, bis dort dann um 4 Uhr Feierabend war. Leider wurde man dort dann etwas unsanft „rausgeschmissen“, man hatte noch nicht mal richtig Zeit sein Getränk auszutrinken. Ok, die wollen auch mal Feierabend haben, aber man kam sich von der ein auf die andere Minute doch sehr unerwünscht vor. Es ging dann eben zum Hotel zurück, ein paar Stunden Schlaf können ja auch nicht schaden.

Weiter geht’s dann mit Tag 2.

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