Amphi Festival 26.07.15 – Tag 2

Sonntag, 26.07.2015, der zweite Festivaltag

Der Tag begann nach sehr wenig Schlaf mit Diorama. Sie holten ihren Auftritt vom Tag zuvor nach, der ja wegen des Sturms ausfallen musste. Und für die frühe Zeit war es dann doch ganz gut gefüllt vor der Bühne.

Danach kam dann Pokæmon Reaktor. Ich hatte mir vorher auf Youtube einige Videos angesehen – ziemlich schräge Truppe. Und obwohl es mal was richtig anderes war, bei mir sprang der Funke nicht wirklich über. Keine Ahnung, warum, vielleicht war ich an dem Tag auch einfach nicht in der richtigen Stimmung für diese Band.

Nach so viel Sonnenschein war dann erst mal wieder Dunkelheit angesagt. ;) S.P.O.C.K hatte ich schon ewig nicht mehr gesehen und somit wollte ich mir die unbedingt mal wieder angucken. Ihre Shows sind einfach Fun pur, es macht immer wieder Spaß, sich die anzusehen. Und „Never Trust A Klingon“ ist nun einfach mal ein richtiger Hit, den Song muss man einfach mögen.

Danach war dann Das Ich angesagt. Es ist schön zu sehen, dass es Stefan immer besser geht und er auch wieder aktiver auf der Bühne ist. Sie lieferten dann auch eine gute Show ab, mit all ihren Hits und auch ’ner guten Prise Humor. So mag ich das!

Nach Das Ich habe ich mir einen Teil von Euzen angesehen, die ich vorher noch nie gesehen hatte. Hat mir ganz gut gefallen, da muss ich mal bei Gelegenheit intensiver reinhören. Ich bin dann aber noch vor Ende des Auftritts in die Halle gegangen, um noch mal das „stille Örtchen“ aufzusuchen und vor allem, um mir einen guten Platz zu sichern.

Zum Glück war gerade Der Tod mit seiner Show dran, so dass recht wenige Leute im Innenraum standen und ich somit gemütlich nach vorne gehen konnte. Von seiner Show habe ich nur noch den Rest mitbekommen. Interessanterweise wollte der Funke beim Publikum nicht so wirklich überspringen, was mich doch ein wenig gewundert hat. Aber ich denke auch mal, dass es einfach der riesigen Halle geschuldet ist, irgendwie funktioniert da so eine Show nicht richtig.

Nachdem ich mir also einen gemütlichen Platz vorn gesucht hatte, hieß es dann warten. Warten auf mein Highlight des Wochenendes – Combichrist! Die Band war der ausschlaggebende Grund, warum ich doch zum Amphi gefahren bin, denn bis zu deren Zusage wollte ich gar nicht hin. Aber bei den Jungs konnte ich dann doch nicht widerstehen, dafür gucke ich sie mir einfach zu gern an. Sie hatten vorher ja schon angekündigt, dass sie das Set gegenüber den letzten Konzerten verändert haben und ich war mir sicher, dass es gitarrenlastiger sein wird im Hinblick auf die Auftritte bei den Metal-Festivals. Und genau so kam es dann auch! Wie ich im Nachhinein jetzt gelesen habe, kommen doch verdammt viele mit dem neuen Sound nicht klar und wünschen sich die reinen Elektrozeiten wieder. Meine Meinung: NEIN! Ich liebe diese Mischung aus Elektro- und Gitarrensongs, für mich war das Set wirklich perfekt! Es gibt genug langweilige Elektrobands in der Szene und ich bin Andy verdammt dankbar, dass er sich mit Combichrist weiterentwickelt und nicht stehen bleibt. Sie haben dadurch immer noch ein Alleinstellungsmerkmal, während man andere Bands kaum auseinander halten kann. Für mich war es jedenfalls ein perfekter Auftritt und ich war danach total erledigt.

Hier noch ein Video von der Show, ich bin jedes Mal hin und weg, wenn ich das sehe.

Nach Combichrist musste ich mir erst mal Wasser organisieren (Danke, Elliott!), weil mein „Anhang“ irgendwie nicht aufzutreiben war und ich weder Geld noch Handy hatte. Als ich dann wieder im Besitz von beidem war, hieß es erst mal was zu essen kaufen und dann gemütlich Oomph! anschauen.

Nach Oomph! bin ich dann mal wieder im Innenraum gewesen, um mir von dort The Mission anzusehen. Ich hatte sie jetzt schon ewig nicht mehr live gesehen und wollte einfach mal wieder dieses „Old School“-Feeling geniessen. Und tatsächlich, man fühlte sich durch die Musik und das Publikum wieder einige Jahre zurück versetzt. Ist eben was völlig anderes. Aber trotzdem schön.

The Mission audience

Den Abschluss machten dann VNV Nation, die ich mir aber wieder gemütlich im Sitzen angesehen habe. Warum? Ich habe sie mittlerweile so oft gesehen und ich kann mich einfach nicht mehr dafür begeistern. Ok, sie sind nicht schlecht, aber und das ist eben für mich der Unterschied zu Combichrist, es gibt seit Jahren keinerlei Weiterentwicklung. Klar, sie begeistern immer noch die Massen, aber ich teile sie eben nicht. Cool waren allerdings die eingeschalteten Handylichter in der dunklen Halle, das sah schon geil aus.

VNV Nation lights

Und mit dem letzten Ton von VNV Nation war dann auch dieses Festival vorbei.

Fazit:
Ich stelle für mich mehr und mehr fest, dass mich die großen Festivals immer weniger ansprechen, da sich die Bands einfach zu oft wiederholen. Wäre jetzt nicht Combichrist da gewesen (ja, ich weiß, ich bin ein Groupie :p ) hätte mich das Festival so gar nicht gereizt. The Birthday Massacre waren für mich eine neue Liveentdeckung, die werde ich mir auf jeden Fall noch mal ansehen, wenn ich die Möglichkeit dazu habe.

Tja, und das Gelände? Mit Sommer und Festivals verbinde ich eigentlich auch, dabei hauptsächlich draußen zu sein, was bei dem Gelände eher weniger der Fall ist. Gut, ich hätte mir mehr Bands draußen ansehen können, aber durch den doch sehr begrenzten Platz kam auch da nicht so richtig das Open Air-Feeling bei mir an. Die Halle erwies sich am Samstag als Glücksgriff, da sonst gar nichts stattgefunden hätte, aber normalerweise sind die Sommer ja nun immer so schlecht wie an diesem Tag.

Ich habe viele Kritiken gelesen, in denen die Leute schrieben, dass sie aufgrund der Location nicht mehr kommen wollen. Das kann ich jetzt von mir so pauschal nicht sagen. Sie ist nicht optimal, aber bei mir wird die Entscheidung, ob ich zum Amphi fahre, in Zukunft mehr vom Line-Up abhängen. Mir ist es einfach zu wenig Abwechslung, ich würde mir doch mehr neue und unbekanntere Bands wünschen. Und die gibt es, nur werden sie leider nicht eingeladen. Warten wir also ab, was die Ankündigungen bringen.