Telemark@Nocturnal Culture Night – Knives/The Looking Glass

— English version below —

Seit dem Auftritt von Telemark auf dem NCN sind schon 2 Wochen vergangen. Irgendwie kommt es mir auf der einen Seite so vor, als wäre es erst gestern gewesen, auf der anderen Seite kann ich es kaum abwarten, das nächste Konzert von ihnen zu sehen. Das dauert aber noch eine Weile. Bis dahin bleiben nur die Videos, in diesem Fall hier das Video von den letzten beiden Songs Knives und The Looking Glass.

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Heute wurde auch im Online-Magazin Peek-A-Boo ein Interview mit Elliott veröffentlicht. Es freut mich riesig, dass das geklappt hat und hoffentlich wird es noch weitere Interviews und Berichte geben, damit mehr Leute auf diese Band aufmerksam werden.

Und noch was in eigener Sache:
Um das Ganze jetzt doch internationaler zu machen, habe ich beschlossen, dass ich in Zukunft doch in Englisch schreiben werde. Ab und zu wird sich sicher noch mal das ein oder andere Posting in Deutsch dazwischen schmuggeln, aber langfristig werde ich dann doch auf Englisch weiterschreiben. Sind dann zwar wahrscheinlich einige Fehler drin, denn so gut ist mein Englisch jetzt auch nicht, aber was soll’s. Man wird mich schon verstehen und ansonsten kann man ja nachfragen.

— English version —

Since the gig of Telemark on the NCN already 2 weeks have passed. Somehow on one side it seems to me like it was only yesterday, on the other hand I can not wait to see the next concert of them. But this will take a while. Until then, remain only the videos, in this case here the video of the last two songs Knives and The Looking Glass.

Today an interview with Elliott was also published in the online magazine Peek-A-Boo. I am thrilled that it worked and hopefully there will be more interviews and reports, so that more people pay attention to this band.

And one more thing in my own authority:
To make the whole thing more international, I’ve decided that I will write in English in the future. Every now and then I’ll smuggle one or the other German Posting in between, but in the long term I will continue to write in English. Indeed probably some mistakes will be in there, because my English is not so good, but what the heck. I think the people will understand me and otherwise they can ask.

Nocturnal Culture Night 10 – 04.-06.09.2015 – Tag 1

ticket Nocturnal Culture Night 10 in Deutzen

Ticket Nocturnal Culture Night 10

Freitag, 04.09.2015 – Tag 1

Am 04.09. war es soweit, wir waren auf dem Weg zum NCN (Nocturnal Culture Night) nach Deutzen. Ich hatte mich schon lange darauf gefreut, da am 05.09. Telemark ihren ersten Auftritt in Deutschland haben sollten. Und seit dem letzten Auftritt, den ich gesehen habe, waren ja mittlerweile auch schon wieder knapp 4 Monate vergangen.

Also ging es erst einmal nach Leipzig und dann anschließend nach Rötha, in dem unser Hotel war. Nach einem kleinen Abstecher zum Supermarkt und einem daraufhin gut gefüllten Kühlschrank, sind wir dann zum Festival nach Deutzen gefahren. Wir hatten dabei Glück, dass 2 andere Leute aus dem Hotel auch gerade auf dem Weg dort hin waren und wir bei ihnen mitfahren konnten.

Angekommen am Gelände haben wir uns dann gleich die Bändchen geholt – interessante Farbkombination, pink und lila, dazu ein wenig gelb. Nach einem kleinen Rundgang über das Gelände haben wir uns dann auch den ersten Bands gewidmet.

Die erste Band des Tages waren Severe Illusion aus Schweden, eine Band, die mir bis dato völlig unbekannt war. Sehr interessant war das „Outfit“ des Sängers, Frischhaltefolie. Mal was Neues! Musikalisch war es ganz okay, aber so richtig überzeugen konnte mich die Band nicht. Werde ich wohl noch mal in Ruhe reinhören müssen, manchmal erschließt sich die Musik ja erst beim zweiten Hören.

Auf der Parkbühne ging’s dann mit Blind Passenger weiter, eine Band, die ich schon seit einigen Jahren nicht mehr gesehen hatte. Beim Hören fühlte man sich auch prompt wieder um einige Jahre zurückversetzt. Die Show war ganz gut und vor allem das Cure-Cover von „A Forest“ fand ich wirklich klasse. Es war auf jeden Fall toll, die Band mal wieder zu sehen.

Über Legend hatte ich im Vorfeld des Festivals einiges gelesen und viele sind von der Band auch sehr begeistert, weswegen ich sie dann auf dem NCN unbedingt sehen wollte. Die Band kommt aus Island und macht eine Mischung aus Electro und Pop mit ein paar Industrial-Anleihen. Ich muss sagen, sie waren nicht schlecht, aber so richtig ist der Funke bei mir nicht über gesprungen. Irgendwie fehlte mir da was. Ich kann es noch nicht mal beschreiben, was es ist, aber die große Begeisterung konnte ich einfach nicht teilen. Auf jeden Fall auch eine Band, in deren Musik ich noch mal in Ruhe reinhören muss. Und wer weiß, vielleicht überzeugen sie mich ja doch noch, wäre ja nicht das erste Mal.

Da man ja auch mal ein wenig was essen muss, habe ich den Auftritt von Stahlmann nur zu einem kleinen Teil mitbekommen. Ich finde mittlerweile gibt es einfach zu viele Bands, die das NDH-Genre bedienen und ich kann mich da auch nicht so sonderlich für begeistern. Da ich Stahlmann schon auf anderen Festivals gesehen habe und es mir einfach zu sehr nach einer Mischung aus Oomph und Rammstein klingt, habe ich die Zeit lieber anderweitig genutzt.

Bei den Merciful Nuns bin ich immer ein wenig zwiegespalten. Guter, alter Gothic Rock, basierend auf Garden Of Delight, The Sisters Of Mercy und The Mission. Aber irgendwie sind sie mir wiederum auch ein wenig zu nah and diesen Vorbildern. Ich vermisse da doch ein wenig die Eigenständigkeit, wobei sie natürlich nicht so extrem kopieren wie das andere Bands tun.

Das Finale bestritten dann Die Krupps. Leider gab es anfangs einige technische Probleme, so dass ich immer wieder aus der Partystimmung gerissen wurde. Als diese dann aber behoben waren, konnte es endlich richtig losgehen. Sie präsentierten sowohl ältere Hits als auch Songs vom neuen Album. Leider spielten sie nicht meinen Lieblingssong vom aktuellen Album, Kaos Reigns. Nach den Krupps hieß es dann auf Richtung Hotel, ein bisschen Erholung, bevor dann morgen DER große Tag starten sollte.

M’era Luna – Festival 07.-09.08.2015

Freitag, 07.08.2015 – Tag 1

The same procedure as last year, Miss Sophie? – The same procedure as every year, James! ;)

Es war wieder soweit, das M’era Luna stand an. Also wurde alles notwendige zusammen gepackt und auf ging’s nach Hildesheim.

Auf geht's zum M'era Luna!

Auf geht’s!

Die Fahrt verlief ganz gut, bis dann vor Hildesheim-Drispenstedt ein Stau war, jede Menge Autos, die dort von der Autobahn runter zum Festival wollten. Später haben wir im Verkehrsfunk sogar noch mitbekommen, dass die Besucher des Festivals auch andere Abfahrten nutzen sollen. Wann hat man das schon, ein Festival im Verkehrsfunk.

Angekommen auf dem Zeltplatz, haben wir dann erst mal die bereits angekommenen Leute unseres Camps begrüßt und unser Zelt aufgebaut.

M'era Luna Camp 2015

unser Camp

Auf dem Gelände selbst habe ich dann auch schon die ersten Bekannten getroffen und konnte die ersten Flunkyball-Spiele genießen. Später ging’s dann noch zur Hangardisco, bis dann irgendwann die Musik nicht mehr so toll war. Trotzdem wurde es eine lange Nacht und irgendwann morgens hieß es dann mal in den Schlafsack krabbeln.

Samstag, 08.08.2015 – Tag 2

Der Samstag begann dann auch recht entspannt, sollte doch die Erste für mich relevante Band erst um 17.40 Uhr spielen. So wurde erst mal ein bisschen was gefrühstückt, um dann später auf das Infield zu schlendern. Dort habe ich erst mal das Essensangebot gecheckt, wurden die Stände jetzt doch einheitlich gestaltet. Als erstes habe ich mir dann The Other angesehen, eine Horrorpunk-Band aus Nordrhein-Westfalen. Ich kenne sie ja mittlerweile schon und sie machen immer wieder Spaß.

The Other im Hangar (M'era Luna 2015)

The Other

Ost+Front und Lord Of The Lost habe ich nur nebenbei mitbekommen, da ich mich in der Zeit etwas auf dem Gelände umgesehen habe. Nach einem kurzen Abstecher zum Zelt (um die Einkäufe abzuliefern), ging es dann zum Ende des Merciful Nuns-Auftritts in den Hangar. Danach sollte nämlich mein Highlight des Wochenendes auftreten – Aesthetic Perfection. Wir waren dann vorn auch ein kleiner Trupp, der sich schon mal auf den Auftritt einstimmte. ;) Und dann kam die Band auch schon auf die Bühne. Daniel hatte sich in ein schwarz-rot-goldenes T-Shirt geworden und lieferte zusammen mit Tim und Elliott eine tolle Show ab. Daniel weiß, wie er die Leute mitzieht und somit war die Stimmung auch super.

Anschließend ging es dann zur Autogrammstunde von Aesthetic Perfection. Eigentlich wollte ich mir ja gar kein Autogramm holen, aber wir hatten zusammen einfach so viel Spaß, also stellten wir uns auch brav in die Schlange. In Ermangelung geeigneter Objekte zum Unterschreiben musste dann einfach mein Becher dran glauben. Wir haben dann noch einige Fotos gemacht und ich glaube, wir sind auch ganz schön aufgefallen. :D Was soll’s, Hauptsache wir hatten unseren Spaß.

Autogramme von Aesthetic Perfection

Autogramme von Aesthetic Perfection

Die restlichen Bands des Tages habe ich wiederum nur so nebenbei mitbekommen, da die meisten einfach nicht mein Fall waren. Nachdem die Bands vorüber waren, sind wir noch in den Hangar zur Disco gegangen, da dort Daniel und Elliott aufgelegt haben. Wir haben dann bis zum Rauswurf um 5.00 Uhr durchgehalten, anschließend ging’s dann mal wieder in den Schlafsack.

Sonntag, 09.08.2015 – Tag 3

Nach nur wenigen Stunden Schlaf (wer braucht den schon?), ging’s dann auf in den Sonntag. Der sollte für mich sehr entspannt verlaufen, war doch keine Band dabei, die ich unbedingt sehen wollte, somit musste ich mir auch keinen Stress machen, zu einer bestimmten Zeit irgendwo aufzutauchen.

Gesehen habe ich unter anderem Apoptygma Berzerk und auch die Einstürzenden Neubauten. Leider hat man da die Ansprachen gar nicht verstanden, weil die viel zu leise waren. Von Nightwish habe ich nur einen Teil gesehen. Die Bühnenshow ist ja schon klasse, aber auf Dauer nervt mich dann aber doch der Gesang. Ich kann mich mit diesem Symphonic Metal einfach nicht anfreunden. Na ja, man muss ja nicht alles mögen.

Sonnenuntergang auf dem M'era Luna

Sonnenuntergang

Jedenfalls ging der Sonntag sehr entspannt vorüber und wir haben dann noch auf dem Campingplatz ein bisschen Party gemacht. Inklusive nächtlicher Bratkartoffeln. :D

Am nächsten Morgen hieß es dann Zelt abbauen und wieder zurück nach Hamburg. Das Wochenende ging mal wieder zu schnell vorbei und jetzt heißt es wieder ein Jahr warten.

Amphi Festival 26.07.15 – Tag 2

Sonntag, 26.07.2015, der zweite Festivaltag

Der Tag begann nach sehr wenig Schlaf mit Diorama. Sie holten ihren Auftritt vom Tag zuvor nach, der ja wegen des Sturms ausfallen musste. Und für die frühe Zeit war es dann doch ganz gut gefüllt vor der Bühne.

Danach kam dann Pokæmon Reaktor. Ich hatte mir vorher auf Youtube einige Videos angesehen – ziemlich schräge Truppe. Und obwohl es mal was richtig anderes war, bei mir sprang der Funke nicht wirklich über. Keine Ahnung, warum, vielleicht war ich an dem Tag auch einfach nicht in der richtigen Stimmung für diese Band.

Nach so viel Sonnenschein war dann erst mal wieder Dunkelheit angesagt. ;) S.P.O.C.K hatte ich schon ewig nicht mehr gesehen und somit wollte ich mir die unbedingt mal wieder angucken. Ihre Shows sind einfach Fun pur, es macht immer wieder Spaß, sich die anzusehen. Und „Never Trust A Klingon“ ist nun einfach mal ein richtiger Hit, den Song muss man einfach mögen.

Danach war dann Das Ich angesagt. Es ist schön zu sehen, dass es Stefan immer besser geht und er auch wieder aktiver auf der Bühne ist. Sie lieferten dann auch eine gute Show ab, mit all ihren Hits und auch ’ner guten Prise Humor. So mag ich das!

Nach Das Ich habe ich mir einen Teil von Euzen angesehen, die ich vorher noch nie gesehen hatte. Hat mir ganz gut gefallen, da muss ich mal bei Gelegenheit intensiver reinhören. Ich bin dann aber noch vor Ende des Auftritts in die Halle gegangen, um noch mal das „stille Örtchen“ aufzusuchen und vor allem, um mir einen guten Platz zu sichern.

Zum Glück war gerade Der Tod mit seiner Show dran, so dass recht wenige Leute im Innenraum standen und ich somit gemütlich nach vorne gehen konnte. Von seiner Show habe ich nur noch den Rest mitbekommen. Interessanterweise wollte der Funke beim Publikum nicht so wirklich überspringen, was mich doch ein wenig gewundert hat. Aber ich denke auch mal, dass es einfach der riesigen Halle geschuldet ist, irgendwie funktioniert da so eine Show nicht richtig.

Nachdem ich mir also einen gemütlichen Platz vorn gesucht hatte, hieß es dann warten. Warten auf mein Highlight des Wochenendes – Combichrist! Die Band war der ausschlaggebende Grund, warum ich doch zum Amphi gefahren bin, denn bis zu deren Zusage wollte ich gar nicht hin. Aber bei den Jungs konnte ich dann doch nicht widerstehen, dafür gucke ich sie mir einfach zu gern an. Sie hatten vorher ja schon angekündigt, dass sie das Set gegenüber den letzten Konzerten verändert haben und ich war mir sicher, dass es gitarrenlastiger sein wird im Hinblick auf die Auftritte bei den Metal-Festivals. Und genau so kam es dann auch! Wie ich im Nachhinein jetzt gelesen habe, kommen doch verdammt viele mit dem neuen Sound nicht klar und wünschen sich die reinen Elektrozeiten wieder. Meine Meinung: NEIN! Ich liebe diese Mischung aus Elektro- und Gitarrensongs, für mich war das Set wirklich perfekt! Es gibt genug langweilige Elektrobands in der Szene und ich bin Andy verdammt dankbar, dass er sich mit Combichrist weiterentwickelt und nicht stehen bleibt. Sie haben dadurch immer noch ein Alleinstellungsmerkmal, während man andere Bands kaum auseinander halten kann. Für mich war es jedenfalls ein perfekter Auftritt und ich war danach total erledigt.

Hier noch ein Video von der Show, ich bin jedes Mal hin und weg, wenn ich das sehe.

Nach Combichrist musste ich mir erst mal Wasser organisieren (Danke, Elliott!), weil mein „Anhang“ irgendwie nicht aufzutreiben war und ich weder Geld noch Handy hatte. Als ich dann wieder im Besitz von beidem war, hieß es erst mal was zu essen kaufen und dann gemütlich Oomph! anschauen.

Nach Oomph! bin ich dann mal wieder im Innenraum gewesen, um mir von dort The Mission anzusehen. Ich hatte sie jetzt schon ewig nicht mehr live gesehen und wollte einfach mal wieder dieses „Old School“-Feeling geniessen. Und tatsächlich, man fühlte sich durch die Musik und das Publikum wieder einige Jahre zurück versetzt. Ist eben was völlig anderes. Aber trotzdem schön.

The Mission audience

Den Abschluss machten dann VNV Nation, die ich mir aber wieder gemütlich im Sitzen angesehen habe. Warum? Ich habe sie mittlerweile so oft gesehen und ich kann mich einfach nicht mehr dafür begeistern. Ok, sie sind nicht schlecht, aber und das ist eben für mich der Unterschied zu Combichrist, es gibt seit Jahren keinerlei Weiterentwicklung. Klar, sie begeistern immer noch die Massen, aber ich teile sie eben nicht. Cool waren allerdings die eingeschalteten Handylichter in der dunklen Halle, das sah schon geil aus.

VNV Nation lights

Und mit dem letzten Ton von VNV Nation war dann auch dieses Festival vorbei.

Fazit:
Ich stelle für mich mehr und mehr fest, dass mich die großen Festivals immer weniger ansprechen, da sich die Bands einfach zu oft wiederholen. Wäre jetzt nicht Combichrist da gewesen (ja, ich weiß, ich bin ein Groupie :p ) hätte mich das Festival so gar nicht gereizt. The Birthday Massacre waren für mich eine neue Liveentdeckung, die werde ich mir auf jeden Fall noch mal ansehen, wenn ich die Möglichkeit dazu habe.

Tja, und das Gelände? Mit Sommer und Festivals verbinde ich eigentlich auch, dabei hauptsächlich draußen zu sein, was bei dem Gelände eher weniger der Fall ist. Gut, ich hätte mir mehr Bands draußen ansehen können, aber durch den doch sehr begrenzten Platz kam auch da nicht so richtig das Open Air-Feeling bei mir an. Die Halle erwies sich am Samstag als Glücksgriff, da sonst gar nichts stattgefunden hätte, aber normalerweise sind die Sommer ja nun immer so schlecht wie an diesem Tag.

Ich habe viele Kritiken gelesen, in denen die Leute schrieben, dass sie aufgrund der Location nicht mehr kommen wollen. Das kann ich jetzt von mir so pauschal nicht sagen. Sie ist nicht optimal, aber bei mir wird die Entscheidung, ob ich zum Amphi fahre, in Zukunft mehr vom Line-Up abhängen. Mir ist es einfach zu wenig Abwechslung, ich würde mir doch mehr neue und unbekanntere Bands wünschen. Und die gibt es, nur werden sie leider nicht eingeladen. Warten wir also ab, was die Ankündigungen bringen.

Amphi-Festival 25.07.15 – Tag 1

Samstag, 25.07.2015, der erste Festivaltag.

amphi2015

Um es gleich vorweg zu nehmen, das diesjährige Line-Up war für mich nicht so interessant wie in anderen Jahren, so dass ich doch mit etwas gemischten Gefühlen zum Amphi gefahren bin, da ich auch nicht wusste, ob ich mich mit der neuen Location anfreunden kann. Sommer ist ja Festivalzeit und das bedeutet aber eigentlich auch, dass das Meiste draußen stattfindet, egal bei welchem Wetter.

Der Tag begann dann aber schon mal ziemlich windig und es sollte noch schlimmer kommen. Auf dem Weg vom Hotel zum neuen Gelände der Lanxess-Arena waren schon die ersten Windböen zu bemerken. Gut, wenn man in Hamburg wohnt, ist das nichts Besonderes und deswegen machte ich mir da auch nicht sonderlich viele Gedanken darüber. Kurz vor dem Gelände trafen wir jedoch 2 Freunde, die uns erzählten, dass alle Bands, die bis 18.00 Uhr draußen spielen sollten, erst einmal abgesagt seien und dass man am Einlass aufgefordert wurde, aus Sicherheitsgründen sofort in die Arena zu gehen. Wow, das klang dann doch schon etwas dramatischer.

Nun, wir sind also zur Arena gegangen und am Einlass wurde uns dann tatsächlich gesagt, dass wir reingehen sollten und draußen vorerst nichts stattfindet. Wir haben dann erst mal die Arena erkundet, bevor wir uns dann der ersten Band widmeten.

Für uns begann der Tag mit Chrom, einer Band, die eine Mischung aus Synth Pop und etwas Elektro machen. An sich nicht, schlecht, erinnerte mich das Ganze aber teilweise doch zu sehr an VNV Nation. Es fehlte einfach irgendwas, um mich zu begeistern und mittlerweile finde ich viele Elektroacts auf der Bühne auch zunehmend langweiliger. Zum Anhören ganz ok, aber live ist das einfach nicht meins – ein Keyboarder und ein Sänger, mehr gibt es nicht zu sehen und es fehlt einfach etwas, dass es wenigstens irgendwie interessant macht.

Danach spielten dann Rabia Sorda, eine der Bands, die ich unbedingt sehen wollte. Ich mag Erks Soloprojekt, da er eben einer der wenigen Musiker ist, die mit ihrem Soloprojekt doch anders klingen als mit ihrer Hauptband. Leider gehörte der Auftritt, musikalisch gesehen, eher zu den schlechten, da es doch einige technische Probleme gab und es sogar zeitweilig zu einer Unterbrechung kam, in der Erk dann aber das Publikum doch recht gut unterhalten hat. Dafür gab’s dann aber doch recht gut was zu sehen, hat doch Fabian während des Konzertes nicht nur mit dem Keyboardständer zu kämpfen gehabt. Das Interessanteste an der Show war letztendlich, dass Fabian das Keyboard komplett zerlegt hat, es hat jedenfalls für sehr viel Belustigung beim Publikum gesorgt.

Eigentlich sollte danach Wesselsky auftreten. Wir waren dann doch etwas überrascht, als wir dann den Bühnenaufbau für The Other gesehen haben, hatte doch niemand von uns mitbekommen, dass Wesselsky kurzfristig abgesagt hatte. Na ja, ich muss ehrlich zugeben, mir waren The Other eindeutig lieber. Klar, die Band ist mit ihrem Horrorpunk nicht jedermanns Sache und einige Leute waren auch leicht irritiert, als sie loslegten, aber ich hatte meinen Spaß. Ist eben mal was anderes und man kann sie sich wirklich gut angucken.

Die nächste Band waren dann The Crüxshadows. Es war schon eine Weile her, als ich sie das letzte Mal gesehen hatte. Aber seitdem hat sich auch nicht viel verändert. Möglich, dass sich innerhalb der Band irgendwelche Veränderungen ergeben haben, das verfolge ich ja nicht, aber von der Bühnenshow her war es eigentlich wie immer. Leider vermisse ich bei ihnen etwas die Weiterentwicklung, egal ob neuer oder alter Song.

Das Welle: Erdball-Songwriting entfiel, dafür kam dann DAF. Die Band ist sicherlich nicht jedermanns Sache, viele Jüngere können damit nichts anfangen, die älteren wiederum sagen, dass DAF ja eine der Bands sind, die die Szene geprägt haben. Man kann lange darüber streiten und diskutieren, Tatsache ist, dass sie sicher Wegbereiter für viele elektronische Bands waren. Ich persönlich kenne auch nur wenige Lieder von DAF, einige finde ich richtig gut, andere dagegen gefallen mir gar nicht. Aber was soll’s, auf einem Festival kann man sich die mal ganz gut angucken. Und genügend Leute hatten ja auch ihren Spaß!

Nun sollte endlich die 2. Band kommen, auf die ich mich am Samstag gefreut hatte. The Birthday Massacre. Ich kannte einige Songs von ihnen, habe sie aber vorher noch nicht live gesehen, irgendwie hatte ich andere Auftritte von ihnen auf Festivals immer verpasst. Und was soll ich sagen. Es hat sich gelohnt, live gefallen sie mir noch besser als auf CD. Vor allem mag ich den Wechsel von Chibis Stimme, einmal zuckersüß und dann wieder böse. Wirklich eine der wenigen Sängerinnen, die mir zusagen. Da werde ich auf jeden Fall bei der nächsten Tour zum Konzert gehen.

Danach wurden auf und vor der Bühne ziemlich umfangreiche „Sicherheitsmaßnahmen“ getroffen. Folie wurde ausgelegt und diese auf der Bühne zusätzlich noch abgedeckt. Warum? Ganz einfach, der nächste Act hieß Agonoize. Tja, was soll ich dazu sagen. Ich mag sie. Auf CD. Live dagegen nicht wirklich, da mir die Show einfach nicht zusagt. Abgesehen vom gelegentlichen Rumspritzen von Kunstblut ist mir der Rest einfach zu öde und bei diesem Auftritt fand ich außerdem die Stimme auch viel zu verzerrt. Wenn ich die Songs nicht kennen würde, hätte ich manchmal gar nicht gewusst, was er singt. Aber gut, die Leute hatten vor der Bühne ihren Spaß, das konnte man sehen.

Die nächste Band war dann Goethes Erben, ein ziemlich harter Kontrast zur Band zuvor, handelt es sich bei den Goethes Erben doch um ein Gesamtkunstwerk oder wie sie es nennen, Musiktheater. Und das ist es auch. Etwas, auf das man sich tatsächlich richtig einlassen muss, da die Band im Gegensatz zu vielen anderen eben eine richtige Bühnenshow passend zu den Songs bietet. Manchmal war auch mir das ein wenig zu anspruchsvoll, was aber vielleicht auch daran liegt, dass die Show tatsächlich eher in ein Theaterumfeld als auf ein Festival in einer Mehrzweckhalle passt. Aber auf jeden Fall war es doch interessant, auch wenn es nie meine favorisierte Musik werden wird.

Nach den Goethes Erben ging’s dann sozusagen wieder in die andere Richtung, sollten doch jetzt Front 242 die Bühne betreten. Und da gibt es im Gegensatz nicht viel zu sehen. Letztes Jahr haben sie ja für längere Zeit ihren Auftritt unterbrochen, da es Problem mit ihrem Mischpult gab und es nicht so klang, wie sie das wollten (es aber, wie ich weiß, viele noch nicht mal mitbekommen hatten, dass etwas nicht stimmt). Das war nun also der nachgeholte Auftritt. Ich habe Front 242 schon ab und zu mal bei anderen Festivals mitbekommen und kenne auch Aufnahmen aus den 80er Jahren. Und was soll ich sagen? It’s always the same. Und die größte Enttäuschung war für viele, dass sie noch nicht mal Headhunter gespielt haben.

Als Abschluss kam dann And One, wozu ich aber nicht wirklich was schreiben kann, da ich nur den Anfang mitbekommen habe, da ich mich danach draußen mit einer Freundin unterhalten habe. Es soll aber gut gewesen sein, wie ich von mehreren Seiten vernommen habe.

Letztendlich durften aufgrund der Sturmwarnung draußen keine Bands mehr auftreten und auch sämtliche Stände waren dort geschlossen. Zwischen den Bands wurde immer wieder der aktuelle Stand bekannt gegeben, welche der Bands, die Samstag spielen sollten, dann am Sonntag spielen. Natürlich gab es Kritik, warum man die Sets der Bands in der Halle nicht kürzte und stattdessen einige der Bands, die auf den Open Air-Bühnen spielen sollten, auftreten ließ. Aber wie soll man einen Zeitplan, der lange im Voraus aufgestellt wird, innerhalb von wenigen Stunden umstellen? Genau so konnte man wohl kaum den Sonntag auch noch komplett durcheinander würfeln. Klar, es ist verdammt schade für die Leute, die für diese Bands da waren. Ich wäre auch enttäuscht gewesen, wenn „meine“ Bands nicht gespielt hätten, aber für das Wetter kann nun wirklich niemand was. Und das Risiko eingehen, dass eventuell doch jemand verletzt wird, wenn die Bühnen bespielt werden, will auch niemand. Zumal wir wirklich Glück hatten, an anderen Orten wurde der komplette Festivaltag abgesagt, wir konnten zumindest einen Großteil der Bands sehen.

Ein Teil von uns ist dann noch zur Aftershowparty gegangen, bis dort dann um 4 Uhr Feierabend war. Leider wurde man dort dann etwas unsanft „rausgeschmissen“, man hatte noch nicht mal richtig Zeit sein Getränk auszutrinken. Ok, die wollen auch mal Feierabend haben, aber man kam sich von der ein auf die andere Minute doch sehr unerwünscht vor. Es ging dann eben zum Hotel zurück, ein paar Stunden Schlaf können ja auch nicht schaden.

Weiter geht’s dann mit Tag 2.